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Justus Tintemann

 

 

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Alarmierung der RHS

Die Koordination und die Alarmierung der Rettungshundestaffel erfolgt durch die Regionsleitstelle der Region Hannover

Telefonnummer 112 oder 0511/19222

Rettungshundestaffel

© DRK-Region Hannover/Rettungshundestaffel

Die Rettungshundestaffel (RHS) des DRK Region-Hannover ist angeschlossen an den Ortsverein Benthe und ansässig in Empelde.

Unser Aufgabenbereich liegt in der Suche und Ortung von vermissten Personen. Ob im Wald, auf Feld und Flur, bei der Suche in zerstörten Gebäuden oder auf Gewässern, die Rettungshundestaffel kommt immer dann zum Einsatz, wenn Menschen vermisst werden.

Da es sich zumeist um Akuteinsätze handelt, rückt die Rettungshundestaffel mit weiteren Helfern aus den anderen Fachdiensten häufig mitten in der Nacht aus.

Aufgaben

  • Der Pilzsammler oder Spaziergänger, der von seinem Waldspaziergang nicht mehr wiedergekommen ist,
  • der Altenheimbewohner, der ohne Orientierung das Pflegeheim verlässt,
  • der Jugendliche, der aus Liebeskummer mit Selbstmordgedanken ins Gelände verschwunden ist,
  • der Autofahrer, der nach einem schweren Unfall unter Schock aus seinem Auto gestiegen und weggelaufen ist,
  • der Angler, der von seiner Angeltour nicht mehr wiedergekommen ist,
  • der Patient, der desorientiert in ungewohnter Umgebung aus dem Krankenhaus gelaufen ist,
  • der Sportler, der sich beim Training im Gelände verletzt hat und nicht mehr weiter kommt,
  • die Opfer, die bei größeren Verkehrsunglücken oder Explosionen verschüttet sind,
  • das Kind, das sich beim Spielen verlaufen hat, ...

... sie alle haben etwas gemeinsam: Sie sind vermisst, befinden sich oft in großen, unübersichtlichen Geländen und brauchen schnellst möglich Hilfe.

Unsere Hunde sind dafür ausgebildet, Menschen in solchen Geländen aufzuspüren und die Suche nach vermissten Personen zu beschleunigen, damit ihnen schnell effektive Hilfe zukommen kann.

© DRK-Region Hannover/RettungshundestaffelUnsere Hunde sind Hochwindsucher und ganz allgemein auf menschlichen Geruch konditioniert. Das heißt, sie laufen frei im Gelände und suchen mit der Nase hoch im Wind (also nicht unten auf dem Boden) nach Quellen menschlichen Geruchs. Dieser Geruch ist nicht spezifisch und wird von jeder lebenden Person abgegeben. Nimmt der Hund mit seiner feinen Nase eine Geruchsspur auf, arbeitet er sie aus und gelangt so zur vermissten Person, bei der er dann bleibt. Durch anhaltendes Bellen wird die Person dann "anzeigt", bis der Hundeführer eintrifft.

Die Aufgabe des Hundeführers ist dabei, den Hund geschickt durch das Gelände zu "lotsen" und so zu gewährleisten, dass der Hund alle Gebietsteile geruchstechnisch erfasst hat.

Durch diese Technik lassen sich große Geländeflächen (z.B. Wälder, Wiesen, Felder ...), aber auch Trümmerberge und Gewässer, in relativ kurzer Zeit gezielt nach vermissten Personen absuchen.

Unsere Hunde sind auf den Geruch lebender Personen konditioniert. Eine Ausnahme bildet hier die Wassersuche.

Unsere Sanitäter werden außerdem bei Einsätzen, die nicht mit Hunden stattfinden, eingesetzt.

Hund & Mensch

Unsere Staffel besteht zur Zeit aus 12 Hundeführern aus dem Großraum Hannover, deren 16 Hunden und 2 zusätzlichen Helfern (ohne Hund in Ausbildung).

Hund und Hundeführer bilden ein festes Team, welches die Ausbildung sowie die späteren Einsätze gemeinsam durchläuft.

Fotos unsere Hunde finden Sie hier.

Ausbildung

Rettungshundearbeit aufzunehmen bedeutet, sich auf ein ernst zu nehmendes, ehrenamtliches, soziales Engagement einzulassen. Sie erfordert ein umfangreiches Training von Mensch und Hund.

Hierzu gehören unter anderem für den Hundeführer:

  • eine Sanitätsausbildung
  • Funk nach BOS
  • Karte & Kompass
  • Lagebeurteilung in allen Sucharten
  • Kynologie, Wissen um Motivation und Bestätigung von Hunden
  • Erste Hilfe am Hund
  • Kenntnisse der Suchvarianten, Gehorsamstraining, Gerätearbeit und die Sucharbeit in allen Sparten.

Hund und Hundeführer durchlaufen die Ausbildung als fest zusammengehöriges Team. Auch Prüfungen und Einsätze werden in dieser Konstellation gemeistert. Daher ist eine gute Bindung zwischen Hund und Halter sehr wichtig. Auf eine spezielle Rasse kommt es dabei weniger an. Viel mehr geht es um die individuellen Eigenschaften des Hundes.

Voraussetzungen für den Hund:

  • freundliches, ausgeglichenes Wesen im Umgang mit Menschen und Hunden
  • Umweltsicherheit
  • gute Bindung zum Hundeführer
  • großer Arbeitswillen
  • spielfreudig
  • mittelgroß
  • gute körperliche Kondition und Gesundheit
  • Alter maximal 3 Jahre

Voraussetzungen für den Hundeführer:

  • sozial motiviert
  • viel Zeit
  • konditionsstark
  • teamfähig
  • lernbegierig
  • entscheidungsfreudig
  • Händchen für Hunde

Die Dauer der Ausbildung bis zum einsatzfähigen Team beträgt etwa 2-3 Jahre. Eine kontinuierliche Teilnahme am Training ist für Hund und Hundeführer dabei unerlässlich. Unsere Staffel trainiert an zwei Tagen in der Woche (siehe Trainigszeiten). Dabei wird Schritt für Schritt die Opferbindung und Suchkondition aufgebaut:

Opferbindung bedeutet, dass der Hund so stark auf die vermisste Person fixiert ist, dass alles um ihn herum nebensächlich wird. Ablenkungen wie z.B. Spaziergänger (mit oder ohne Hund) oder Wildtiere sollen dann weitestgehend vom Hund ignoriert werden. Ziel ist, dass der Hund eigenständig und zuverlässig beim gefundenen "Opfer" bleibt und bellt - egal was kommt! Der Aufbau einer guten Opferbindung dauert daher einige Zeit und setzt voraus, dass das jeweilige "Opfer" selbst auch motiviert und spielfreudig ist, um dem Hund eine gelungene Belohnung durch das anschließende Spiel zu bereiten.

© DRK-Region Hannover/RettungshundestaffelDie Suchkondition bestimmt die Ausdauer des Hundes bei der Suche. Dabei ist eine gute körperliche Kondition zum einen sehr wichtig. Zum anderen braucht der Hund aber auch "geistige Ausdauer" im Sinne einer großen Motivation sowie einer hohen Frustrationsgrenze. Im Ernstfall muss der Hund oft lange suchen, ohne zum Erfolg zu kommen. Dennoch soll er motiviert, schnell und zuverlässig das Gelände absuchen. Das klappt nur, wenn der Hund mit viel Freude und Arbeitswillen in die Suche geht. Diese Ausdauer wird dem Hund allmählich und Schritt für Schritt während der Ausbildung antrainiert.

Die Einsatzreife wird alle 18 Monate überprüft. In dieser Prüfung werden allgemeines theoretisches Wissen sowie Gehorsam, Anzeigeverhalten und die Fertigkeiten des Teams in der Suche auf die Probe gestellt.  Nach Ablauf dieser Zeit muss die Prüfung wiederholt werden.

Auch nach abgeschlossener Ausbildung ist die regelmäßige Teilnahme beim Training für das Team unverzichtbar, um eine verlässige Einsatzfähigkeit gewährleisten zu können.

Trainingszeiten

Unsere Trainingszeiten sind:

  • Dienstags, 18.00 Uhr: DRK Region Hannover, Apollostraße 2, 30952 Ronnenberg/Empelde
  • Wechselnd Samstags oder Sonntags: Diverse Trainingsgebiete in und um Hannover (Fläche, Trümmer, Gewässer)

Bei Interesse an einer Teilnahme bitten wir um vorherige Kontaktaufnahme.

Das Ehrenamt

Kaum einer von unseren Hunden bewahrt Ruhe, wenn das Auto von Herrchen oder Frauchen auf den Hof der DRK-Wache in Empelde biegt. Spätestens wenn sich dann die Autotür öffnet und die Kenndecke (die "Arbeitskleidung" des Hundes) angelegt wird, ist die Freude unserer Hunde nicht mehr zu übersehen. Auch uns Menschen macht die Arbeit in der Staffel natürlich viel Spaß.

Der Spaß an der Sache ist auch wichtig, denn das ist unsere Motivation für die psychisch und körperlich oft sehr anstrengende Arbeit. Denn das Ehrenamt ist auch mit einigen Pflichten verbunden, die diese Freizeitbeschäftigung von einem gewöhnlichen "Hobby" unterscheidet. Dazu gehören unvorhersehbare Einsätze (meist nachts...), die Teilnahme an Altkleidersammlungen, Sanitätsfortbildungen und anderen Präsenzterminen, die wir als Staffel wahrnehmen müssen. Zu all dem kommen natürlich noch die zeitintensiven regulären Trainingstermine. Die zeitliche Belastung ist daher nicht zu unterschätzen.

Am Ende bleibt aber das gute Gefühl, etwas Sinnvolles und Hilfreiches getan zu haben, das nebenbei auch noch Mensch und Hund eine nette Abwechslung und körperliche Betätigung bietet.

© DRK-Region Hannover/Rettungshundestaffel

Ob 2- oder 4-Beiner: Harmonie ist uns wichtig

In einer Staffel ist es wichtig, sich auf die Kollegen (Menschen sowie Hunde) verlassen zu können. Die Harmonie untereinander ist uns daher sehr wichtig. Dies gilt zum einen für die Harmonie zwischen den Hunden und den Menschen untereinander sowie zwischen dem einzelnen Hundeführer und seinem Hund.

Daher kann jeder neue Interessent(in) bei uns eine 4-wöchige "Schnupperzeit" durchlaufen, in der er/sie und der Hund schauen können, ob ihnen die Arbeit gefällt und ob er/sie gut mit den zukünftigen Staffelkollegen zurecht kommt. Auch wir als Staffel möchten in dieser Zeit herausfinden, ob das neue Team zu uns passt und sich für die Rettungshundearbeit eignet.

Anschließend beginnt die offizielle 6-monatige Probezeit. Danach wird von der Staffel gemeinschaftlich entschieden, ob das neue Mitglied in unsere Reihen aufgenommen wird. Damit beginnt dann das (prinzipiell lebenslange) Ehrenamt beim Deutschen Roten Kreuz.

Unterstützung

Da die Rettungshundearbeit eine ehrenamtliche Arbeit ist, freuen wir uns immer über die Unterstützung durch Dritte.

Das kann erfolgen durch:

  • Teilnahme mit dem eigenen Hund als aktives Rettungshundeteam
  • Freiwillige Helfer, die sich als Versteckperson für unsere Hunde bei der Suchausbildung im Gelände zur Verfügung stellen. Da diese Personen den Hunden nicht bekannt sind ("Fremdopfer“), spiegelt dies die realistische Einsatzsituation mit unbekannten Vermissten wider und ist sehr wichtig für die Ausbildung der Hunde.
  • finanzielle Unterstützung durch Spenden
  • Sachspenden (Trainingsmaterial und Ausrüstung)
  • Bereitstellung von Trainingsgebieten (Waldgebiete, Trümmergelände und Gewässer)

Wenn Sie uns unterstützen möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

Weitere Informationen zur DRK-Rettungshundestaffel finden Sie hier.

Alle Fotos stammen von der Rettungshundestaffel DRK-Region Hannover.